Als die europäischen Orientalisten sich erstmals um 1800 mit
dem Sufismus und dabei vor allem mit dem Phänomen der
umherschweifenden, heulenden und tanzenden Derwische
befaßten, schien es ihnen, als habe dieser sehr wenig mit dem
Islam zu tun. Auch heute fasziniert viele westliche Beobachter
gerade die scheinbare Ferne des Sufismus vom orthodoxen
Gesetzesislam.
In der vorliegenden Darstellung zeigt Annemarie Schimmel
hingegen, daß der Sufismus aus islamischen Wurzeln gewachsen
ist, und beschreibt seine Entwicklung von der Entstehung
im 8. Jahrhundert bis zu seinen heutigen Erscheinungsformen.
Sie führt in die zentralen Begriffe der islamischen Mystik ein
und schreitet die Stationen der Sufis auf ihrem Weg zur Gotteserkenntnis
ab. Die bedeutendsten Sufi-Heiligen und ihre
religiösen Praktiken werden ebenso vorgestellt wie die wichtigsten
Werke der klassischen Sufiliteratur.
Annemarie Schimmel, geb. 1922, lehrte zuletzt als Professorin
für Indo-Muslimische Kultur in Harvard und Bonn. Zahlreiche
Auszeichnungen und Ehrendoktorate. Friedenspreis des
Deutschen Buchhandels (1995). Ihre Publikationsliste umfaßt
etwa 100 selbständige Veröffentlichungen, darunter zahlreiche
Werke zur islamischen Mystik und Übersetzungen arabischer,
persischer, türkischer u...